Entspannungsmethoden

Konzentriert im Hier und Jetzt

Anspannung und Stress entstehen in erster Linie in uns selbst. Der Körper reagiert auf eine tatsächliche oder vermeintliche Gefahr, Hormone werden ausgeschüttet und versetzen den Körper in einen Alarmzustand. Abhängig von Charakter, Erfahrung und Situation gibt es drei Verhaltensstrategien: Kämpfen, Flüchten oder Erstarren. Diesen Überlebensstrategien ist bei Kindern und Erwachsenen gemeinsam, dass sie auf Dauer zu Verspannungen der Muskulatur, seelischen Verstimmungen und zu Blockaden im Denken führen. Entsprechend den Schwachstellen des betroffenen Menschen können die Folgen sein:

 

  • Gefühl der allgemeinen Erschöpfung und Müdigkeit
  • Burn-Out
  • Schlafstörungen
  • Rückenschmerzen
  • Magen-Darm Probleme
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Depressive Gefühlslage
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Aggressives Verhalten
  • Ängstliches Verhalten
  • Denk- und Lernblockaden
  • Konzentrationsstörungen
  • Nervösität

Beachten Sie bitte, dass körperliche Erkrankungen immer der ärztlichen Abklärung bedürfen. Entspannungstechniken können begleitend zur ärztlichen Therapie angewandt werden. Sie können eine körperliche chronische Erkrankung nicht heilen, aber die Heilung unterstützen und zu einem körperlichen und seelischen Spannungsabbau führen.

Anspannung auslösende Umstände im Außen können wir nicht immer ändern. Aber wir haben es selbst in der Hand unseren Lebensstil zu verändern, den Körper mit gesunder, vitaler Nahrung zu versorgen, unsere Gedanken zu überdenken und zuversichtlich durch das Leben zu gehen. Was erfüllt Sie mit Freude und Begeisterung? Suchen Sie Momente der Stille und fragen Ihr Herz. Der Stimme Ihres Herzens sollten Sie Beachtung schenken.

Mit Entspannungsübungen lernen Sie einen Zustand der inneren Ruhe zu finden und ihr Energieniveau zu erhöhen. Entspannung ist erlernbar und lässt sich durch Üben immer leichter und verlässlicher hervorrufen.

Bekannte und gut beforschte Entspannungstechniken sind:

  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Prof. Edmund Jacobson konnte mit seiner Methode beweisen, dass An- und Entspannungen der Muskulatur helfen Angstgefühle aufzulösen und den Adrenalinspiegel im Körper zu senken. Die Progressive Muskelentspannung ist ein aktives, körperbezogenes  Entspannungsverfahren, das leicht zu erlernen ist. Durch Üben wird die Körperwahrnehmung verbessert und Entspannung immer mehr bewusst steuerbar.

Bei Kindergartenkindern ab 5 Jahren wird die Progressive Muskelentspannung in Fantasiereisen, z.B. eine Reise durch den Körper eingebaut. Schulkinder können schon einzelne Übungen bewusst und situationsabhängig einsetzen.

Für Jugendliche eignet sich die Progressive Muskelentspannung sehr gut, weil sie besonders körperbezogen ist. Sie bekommen damit ein Entspannungsverfahren an die Hand, das sie jederzeit, ganz eigenverantwortlich, schnell und ergebnisbezogen  einsetzen können. Sie lernen sich selbst zu helfen z.B. in Schulsituationen entspannter zu sein.

  • Autogenes Training Grundstufe

Der Neurologe und Psychiater J.H. Schultz erkannte, dass das Gefühl der Entspannung durch Selbstinstruktion, also autogen, erreicht werden kann. Seine Methode des Autogenen Trainings ist eine Art Selbsthypnose, bei der man durch Autosuggestionen lernt tief zu entspannen und dadurch das System des vegetativen Nervensystems ins Gleichgewicht zu bringen. Danach fühlt man sich ausgeglichener und leistungsfähiger. Dazu können ganz persönliche Zielvorstellungen durch das Formulieren von Vorsätzen unterstützt werden.

Bei Kindergartenkindern werden die Entspannungsformeln des Autogenen Trainings in Geschichten oder in Fantasiereisen integriert. Über die Identifikation mit einer Fantasiegestalt, die z.B. nur mit viel Ruhe zum Erfolg kommt, können Kinder selbst zu Ruhe und Entspannung finden. Auch Schulkinder arbeiten mit Fantasiereisen, üben aber dazu schon erste Formeln des Autogenen Trainings. Mithilfe dieser Methode lernen sie sich selbst zu beruhigen und tief zu entspannen.

  • Imaginative Entspannungsverfahren

Imagination, das ist die sinnliche und emotionale Vorstellung gewisser Inhalte, die bearbeitet werden sollen. So kann z.B. in der optischen Phantasie eine Konfrontation mit einer angstauslösenden Situation hergestellt werden. Durch entspannende Vorstellungen und Hilfen kann die Angst verringert und ein alternatives Verhalten erlernt werden.

Zu den imaginativen Verfahren bei Kindern gehören Fantasiereisen, Heilende Märchen, Kapitän-Nemo Geschichten, u.a. Geschichten mit therapeutischem Hintergrund.

 

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